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Patienteninformationen


Liebe Patientinnen, liebe Patienten, liebe Interessierte,

im Folgenden sind verschiedene Verfahren, Fachausdrücke und häufig gestellte Fragen von uns kurz zusammengefasst. Selbstverständlich können diese Antworten nicht auf den Einzelnen bezogen werden, da die individuelle Bedürfnislage und die Komplexität des menschlichen Organismus und seiner Erkrankungen nicht durch generelle Aussagen erfasst sein können.
Dennoch hoffen wir, Ihnen mit diesen Informationen interessante Anhaltspunkte zu geben und freuen uns, individuelle Probleme mit Ihnen in unserer Sprechstunde zu besprechen.

HD - Hämodialyse

Hämodialyse ist das Blut Reinigungs Verfahren, das Stoffwechsel Abbauprodukte und überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper entfernt bei aktem oder chronischem Nierenversagen
Dabei pumpt ein Dialysegerät das Blut durch Kunststoffschläuche über einen Dialysator (Dialysefilter), der von Dialysat (Waschlösungen) durchströmt die Schadstoffe und überschüssige Flüssigkeit abfiltriert.
Die Behandlung erfolgt in der Regel intermittierend, das heißt dreimal wöchentlich in 3-6 stündigen Behandlungseinheiten.
Verschiedene Verfahren werden angewendet. Die Nephrologen entscheiden gemäß ihrer persönlichen Bedürfnisse, welches Verfahren das optimale ist.

Bicabonat HD

Die Bicabonat Dialyse ist das weltweit am häufigsten angewandte Blut Reinigungs Verfahren, das über den physikalischen Mechanismus der Diffusion Stoffwechselabbauprodukte und Flüssigkeit über einen Dialyse Filter entfernt. Zur Entsäuerung des Organismus wird der Dialyselösung Bicabonat - individuell dosiert - zugesetzt.

HDF - Hämo Dia Filtration

Die Hömodiafiltration ist ein weiter entwickeltes Blut Reinigungs Verfahren, das verschiedene physikalische Mechanismen zum Stoffaustausch miteinander vereinbart: Konvektion und Diffusion.

HF - Hämo Filtration

Die Hämofiltration ist einBlut Reinigungs Verfahren, das über den Mechanismus der Konvektion sowohl Stoffwechselgifte als auch überschüssige Flüssigkeit entfernen kann.
Dieses Verfahren wird hauptsächlich in der Akutmedizin angewandt. Es zeichnet sich aus durch eine besonders gute Verträglichkeit für das Herz-Kreislaufsystem. Allerdings ist die Effektivität bezüglich der Entgiftung nicht so hoch wie bei der Bicabonat Dialyse.

AV Shunt - arterio venöser Shunt

Operativ angelegter Kurzschluss zwischen einer Arterie (Schlagader) und einer Vene. Dieser Eingriff erfolgt entweder am Unterarm (knapp oberhalb des Handgelenks) oder im Ellbogenbereich und ermöglicht ein oberflächlich gelegenes Blutgefäß, das durch den arteriellen Blutdruck mit derart viel Blut versorgt ist, daß eine effektive Blutwäsche möglich ist.
Bei fehlenden geigneten natürlichen Blutgefäßen, ist es möglich mit Hilfe von Kunststoffadern (aus Goretex) einen Dialyse Zugang zu schaffen.
Die gefäßchirurgische Abteilung der Ammerlandklinik ist für derartige Operationen ein ausgewiesenes Zentrum.

Wie lange dauert eine Dialyse?

Die Länge und Häufigkeit der Dialysebehandlungen kann auch als Dialysedosis bezeichnet werden.
Wenn die eigenen Nieren noch mitarbeiten, noch entgiften oder entwässern, kann die Dialysezeit recht kurz gehalten werden (3-4 h minimal zweimal, in der Regel dreimal pro Woche). Bei weiterem Nachlassen der Nierentätigkeit ist im Verlauf der Dialysebehandlung eine Verlängerung der Therapiezeiten erforderlich, um den Bedürfnissen nach Entgiftung und Entwässerung des Körpers zu entsprechen.
Um die notwendigen Behandlungszeiten zu ermitteln, werden regelmäßige Blutanalysen durchgeführt und mindestens einmal im Quartal die so genannte Dialyseeffektivität berechnet. Nur ein gut dialysierter Patient hat die Chance auf eine möglichst lange Lebenserwartung.Auch wenn der Patient oft die Ansammlung der Nierengifte im Organismus nicht unmittelbar verspürt, sind die Folgen auf lange Sicht katastrophal.
Dialysezeit ist gleich Lebenszeit, jeder Patient sollte sich selber die Chance auf eine möglichst gute Gesundheit geben.

Peritonealdialyse PD

Das Peritoneums ist der Fachausdruck für das Bauchfell, über das eine Dialyse erfolgen kann.

Über die zarte Membran des Bauchfells ist ein Stoffaustausch und Flüssigkeitstransport möglich. In der Bauchhöhle laufen spezielle Dialyselösungen über einen operativ angelegten Katheter ein und werden regelmäßig ausgetauscht.
Dies kann manuell erfolgen (CA PD) oder maschinell (APD).
Die Bauchfelldialyse kann von den Patienten zuhause alleine oder mit Unterstützung durchgeführt werden. Es gibt aber auch Patienten, die Peritonealdialyse intermittierend im Dialysezentrum durchführen lassen.
Das individuell beste Verfahren für den einzelnen Patienten richtet sich zum einen nach den medizinischen Gegebenheiten (Transporteigenschaften des individuellen Bauchfells) und den persönlichen Bedürfnissen des Patienten in seinem sozialen Alltag.

CAPD

Continuierliche ambulante Peritoneal Dialyse

Ist das Baucfelldialyse Verfahren, das manuellvom Patienten ohne weitere Zuhilfenahme von Maschinen durchgeführt werden kann. Drei bis fünfmal täglich werden Dialyse Lösungen ausgetauscht.
Die Behandlung erfolgt täglich und kontinuierlich. So ist eine besonders schonende kontinuierliche Entgiftung, eine Säuberung und Entwässerung des Organismus möglich.

APD

Automatisierte PD

Ist das Bauchfelldialyse Verfahren, das mit maschineller Unterstützung durchgeführt wird. Hat der Patient sich an die Maschine angeschlossen, wird für einen Behandlungszeitraum von 7-10 h der jeweilige Dialysat Einlauf und Auslauf maschinell unterstützt. Meist führen die Patienten dieses Verfahren während der nächtlichen Ruhephasen durch.
Die Behandlungen erfolgen täglich und haben entsprechend zu intermittierenden Verfahren den Vorteil der regelmäßigeren Entgiftung und entwässerung.

IPD

Intermittierende PD

Ist ein Bauchfelldialyse Verfahren, das mit maschineller Unterstützung intermittierend das heißt drei bis viermal pro Woche entweder im Dialysezentrum oder zuhause durchgeführt wird. Dieses schonende Verfahren ist insbesondere für ältere Patienten geeignet, bei denen durch eine noch bestehende Nierenrestfunktion nur eine moderate Dialysedosis notwendig ist. Auch im Rahmen der Dialyseeinleitung und der Trainingsphase ist dieses Verfahren sinnvoll.

Diät - was kann ich für mich tun?

Essen und Trinken sind Bereiche unseres Lebens, die mit einer hohen Lebensqualität assoziiert und wichtig sind. Dennoch machen viele Erkrankungen Einschränkungen in der Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr notwendig.
Wichtig ist, daß jede Form von krankheitsspezifischer Ernährungkeine Mangelernährung darstellt. Strenge, extrem eiweißarme Diäten aus der Vergangenheit sind daher heutzutage obsolet, da der Körper sich sonst selber andaut.
Wichtig für eine optimale Nahrungszusammensetzung sind Begleiterkrankungen (Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Herzschwäche) aber auch das Ausmaß der Nierenfunktionseinschränkung und Therapieverfahren (Blutdialyse oder Bauchfelldialyse). Die individuellen Unterschiede sind derart groß, dass nur eine individuell auf die Bedürfnisse und Vorlieben ausgerichtete Ernährungsberatung dem Patienten gerecht werden kann.